Kommunikation: Der Ton macht die Musik – Kommunikation sollte authentisch sein

Kommunikation

Kommunikation ist immer wieder ein Problemthema. Da können Menschen nicht den richtigen Ton finden. Andere schaffen es einfach nicht richtig zuzuhören. Aber durch genügend Achtsamkeit kann jeder lernen, richtig zu kommunizieren und auch verstanden zu werden.

In vielen Rhetorikseminaren oder von Kommunikationstrainern bekommen Teilnehmer oft Ratschläge, wie sie sich in Gesprächen oder bei Vorträgen verhalten soll, z.B. wie:

  • sich bewegen
  • reden
  • Hände halten (positiver Bereich???)
  • freundlich sein
  • Pausen machen
  • Betonung im Satz
  • usw.

Leider sorgen diese Verhaltensregeln dazu, dass einige Zeitgenossen das so sehr beachten, dass sie nicht mehr sie selbst sind. Jeder spürt schnell, daß das antrainiert ist. Ich halte das für sehr gefährlich. Wir vergessen dabei eines, unser Gegenüber merkt sehr schnell, ob wir authentisch sind oder ob das Verhalten und die Reaktionen nur antrainiert sind. Uns fällt schnell auf, wenn das Gegenüber übertrieben freundlich ist und Pausen an bestimmten Stellen macht oder bestimmte Wörter immer besonders betont. Das wirkt wenig authentisch.

Gute Kommunikation

KommunikationJeder sollte sich bei besonderen Anlässen wie Präsentationen oder Reden oder auch nur im Smalltalk so verhalten, wie er sich auch sonst im täglichen Leben verhält (natürlich ohne ausgeprägte Macken..). Es ist wichtig, dass man dem Gegenüber kein Laientheater vorspielt.

Übertriebene Freundlichkeit empfindet jeder als unangenehm. Das ist nicht authentisch und meist nicht ehrlich gemeint. Freundlichkeit und Betonung sollten natürlich und aus dem Inneren kommen. Hierbei gilt, der richtige “Ton macht die Musik”!

Kommunikation ist Haltung

Es ist also wichtig, daß jeder dafür sorgt, die richtigen, positiven Gedanken in Bezug auf das Gegenüber zu haben. Genau das bemerkt der Gesprächspartner. Ein falsches Lächeln kann man sofort erkennen, denn das Auge lächelt nicht. Es kommt meist zum falschen Zeitpunkt und es dauert oftmals zu lange. Freundlichkeit ist Grundvoraussetzung, aber bitte nicht gespielt und übertrieben. Jeder sollte nur die Regeln anwenden, die er auch im Alltag benutzt. Schaffen Sie Vertrauen, indem Sie sich so bewegen und geben, wie Sie sind!

Im Zusammenspiel mit dem Gegenüber können Sie sehr schnell herausfinden, ob Sie Aufmerksamkeit und wirkliches Interesse erzeugen. Wer aufmerksam ist sieht, wie das Gegenüber reagiert, wie er mit einem spricht und welchen Ton er wählt. Und wenn Sie sich hier unsicher sind, können Sie auch gern einmal nachfragen, wie sie die Reaktion des Gegenüber zu verstehen haben. Das wird die Situation schnell klären. So erfahren Sie, ob Ihr Gesprächspartner oder die Zuhörer eventuell etwas nicht verstanden haben oder z.B, wegen etwas völlig anderem genervt oder sauer sind.

Achtsamkeit führt zu guter Kommunikation

Kommunikation ist also gut, wenn sie stimmig ist. Das bedeutet, wenn sie situationsgerecht ist, also in Übereinstimmung mit einem selbst und mit der Situation. Um diese Stimmigkeit zu bekommen ist Achtsamkeit erforderlich. Diese Achtsamkeit bezieht sich auf 2 Seiten: auf der einen Seite das, was in Ihnen vorgeht und andererseits das, was in Ihrem Gegenüber vorgeht.

Es geht zudem um Achtsamkeit für die Besonderheit der Situation. Es spielt eben auch eine Rolle, wozu sie mir Gelegenheit gibt und was sie mir abverlangt. Jede Situation fordert uns heraus. Wer sich seine Rolle im Gespräch bewusst ist, kann somit ein stimmiges Verhalten zeigen. Das heißt nicht, wie oben bereits erwähnt, daß Sie sich verbiegen sollen sondern, daß sie achtsam die Situation wahrnehmen und adäquat reagieren.

Es genügt nicht, dass zur Sache zu reden, man muss zu den Menschen reden. 

Stanislaw Jerzy Lec 

Gespräche sind Begegnungen

Kommunikation

Jede Begegnung (zu zweit, zu mehreren), hat eine Vorgeschichte. Ich sage immer gern: es gibt keine Zufälle. Entweder treffen Sie Ihr Gegenüber aus einem bestimmten Anlass oder auch verabredet oder es ist eine Begegnung wie beispielsweise ein Smalltalk. Wenn alle Beteiligten diese Geschichte im Hinterkopf haben ist das gut.

Klären Sie, ob allen klar ist, worum es im Gespräch, Vortrag oder Treffen gehen soll. Und klären Sie natürlich auch, worum es NICHT gehen soll? Warten Sie nicht erst darauf, daß jemand sagt: “Darum geht es doch gar nicht!” Sorgen Sie vorab für ein gemeinsames Themenverständnis. Klar, beim Smalltalk ist das nicht ganz so entscheidend. Doch auch hier kann es völlig in die falsche Richtung gehen. Bleiben Sie achtsam und hören Sie aktiv zu.

Wer aktives Zuhören übt, kann die Empathie erhöhen und verfeinern und damit die Kommunikation für sich gestalten. Eine Freundin sagt immer: “Wer fragt – führt!” Das gilt eben auch für ein Gespräch. Sie klären und erfahren mehr vom anderen, wenn Sie zuhören und hinterfragen.

Wenn wir alle lernen, achtsam mit uns, dem Gegenüber und der Situation umzugehen, dann haben wir mehr Stimmigkeit in unserer Kommunikation. Glauben Sie mir, daß wird sich auf Ihre gesamte Lebensführung Einfluß haben. ALSO! Bleiben Sie, wie Sie sind und nehmen Sie ihr Gegenüber und seine Themen, Probleme und Wünsche ernst!

6 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Silke,

    danke für diesen Artikel. Genauso sieht es aus. Im letzten Urlaub habe ich einen älteren Mann kennengelernt, der immer ganz breit lächelte und in jedem Gespräch fleißig das aufgegriffen hat, was der Gesprächspartner gesagt hatte. Er bejahte alles und ist sehr darauf eingegangen, was sein GP sagte. Was er allerdings versäumte, war die Äußerung der eigenen Meinung. Der Mann war stets nett, freundlich und zuvorkommend. Und dabei so unecht. Mir war schnell klar, dass es sich um einen gut trainierten Verkäufer handeln musste. So war es auch, er war viele Jahre im Außendienst tätig. Leider hat er das Antrainierte auch im Ruhestand nicht ablegen können. Das machte ihn auf eine merkwürdige Art beziehungsunfähig.
    Ich würde bei so einem geschliffenen Verkäufer nie etwas kaufen. Denn ich brauche eine Persönlichkeit als Gegenüber und kein Abziehbild.

    Mit authentischen Grüßen 🙂
    Natalie

    • Liebe Natalie,
      vielen Dank für diesen Beitrag. Was Du beschreibst, ist natürlich ein ganz besonderes Extrem. Es ist schon schlimm, wenn die eigene Persönlichkeit völlig hinter einer Fassade verschwindet. Das empfinden auch die Gesprächspartner als sehr unangenehm. Beziehungsaufbau ist hier das Stichwort. Es ist immer wichtig, in jedem Gespräch, eine gute Beziehung zu meinem Gegenüber aufzubauen. …und da Geben Seliger ist als Nehmen gehört auch dazu, dass jeder etwas von sich preisgibt und sich zeigt.

      Lieben Dank Silke!

  2. Erwischt!:)
    Bei mir hieß es immer “Halte deine Mimik und Gestik unter Kontrolle!”
    Ehrlich, ich habe alles versucht, aber es klappt nicht- und wenn, dann bekomme ich Kopfschmerzen, weil ich mich so konzentrieren muss, obendrein mich nicht auf die Inhalte konzentrieren kann. So “muss” mein Umfeld leider mit meinen Macken leben… und ich auch. 😉

    • 🙂 So geht es mir oft auch. Wir sind, wie wir sind und das finde ich gut so. ..und genau aus diesem Grund haben wir die Kunden, die wir haben, weil sie das an uns schätzen!
      Viele Grüße
      Silke Loers

  3. Hallo Frau Loers und Mitlesende,

    folgendes Vorgehen in Rehtorik-Seminaren fand ich spannend: Rede aufnehmen, vorspielen. Den Aufgenommenen fragen, was auffällt /ge-/missfällt. Selbst (als Trainer) kommentieren, was mir auffällt und wie es wirkt. Dann wieder den Aufgenommenen dazu befragen. Durch dieses Vorgehen behält der Übende die Kontrolle selbst und kann letztlich so wirken, wie er / sie möchte.

    Schöne Grüße,

    Christoph Burger

    • Hallo Herr Burger,
      da bin ich völlig bei Ihnen, wenn jemand aufgrund bewußter Entscheidung sein Verhalten korrigiert, dann ist es ja auch wieder ganz natürlich. Ganz nach dem Motto, wie lernen wir – über emotionale Einsicht oder ständiges Wiederholen. Das ist ganz klar eine bewußte Entscheidung und super. Es geht mir aber um die vielen Anderen, die nicht die innere Haltung ändern, sondern nur das äußere Verhalten.
      Wenn Rhetorikseminare so ablaufen, wie Sie beschreiben, finde ich das super und lobenswert.
      Herzliche Grüße
      Silke Loers

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