Perfektionismus: muss alles perfekt sein? Wären Sie auch am Liebsten perfekt?

Alles muss immer perfekt sein. Wir versuchen uns ständig zu optimieren und vergessen dabei die Unterschiede zu schätzen und lieben. Selbstoptimierung und ewige Kritik an uns und unseren Schwächen hält uns vom eigenen Leben ab. Versuchen wir doch zu akzeptieren, daß wir nicht perfekt sein müssen, um ein zufriedenes, entspanntes Leben zu führen.

Wären Sie auch am Liebsten perfekt?

Kennen Sie das Gefühl, nicht gut genug oder nicht perfekt genug zu sein? Vergleichen Sie sich ständig mit anderen? Be- und abwerten Sie sich und andere ständig? Und stellen Sie dann schlußendlich fest, daß andere erfolgreicher, willensstärker, perfekter, beliebter, glücklicher… sind?

“Nur wer perfekt ist, ragt aus der grauen Masse heraus!” “Wer perfekt ist, macht auch keine Fehler!” oder “Es hat doch nur etwas mit Disziplin zu tun, dann schafft man alles!” Viele Menschen denken so und spornen sich stets weiter und weiter an. Sie denken, daß nur, wer viel leistet, ein perfektes Ergebnis erreicht, auch geachtet ist.

Daher sind Sie ständig dabei, sich zu verbessern. Sie optimieren sich anhand von Selbsthilfebüchern oder Seminaren. Sie versuchen Ihre Schwächen zu bekämpfen und mit allen Mitteln loszuwerden. Es ist ein ständiger Antreiber. Immer weiter immer mehr… Jetzt sitzen Sie im Hamsterrad des Perfektionismus.

Wenn das perfekt sein müssen alles überwiegt

Es gibt so viele Menschen, die am Liebsten ‚perfekt‘ wären. Sie spüren oder wissen nicht, was sie sich eigentlich damit antun. Die Entscheidung zum Perfektionismus fiel oft bereits in der Kindheit. Dachten sie auch: „Wenn ich erst einmal perfekt bin, dann werde ich nicht mehr kritisiert, verurteilt oder bestraft, sondern nur noch gelobt.“ Das wäre doch wunderbar.

Als Erwachsener wird dann der Perfektionismus noch optimiert. Wir versperren uns jedoch damit den Weg in ein glückliches und vor allem entspanntes Leben. Das ständige perfekt sein erzeugt ungeheuren Druck und stetige Unzufriedenheit. Zudem steigt die Angst davor nicht perfekter, ordentlicher, vollkommener, makelloser als andere zu sein. Irgendwann geht das Ganze sogar bis zum Hochstapler-Syndrom :

Impostor-Syndrom, ..Mogelpackungs-Syndrom.. genannt, ist ein psychologisches Phänomen, bei dem Betroffene von massiven Selbstzweifeln hinsichtlich eigener Fähigkeiten, Leistungen und Erfolge geplagt werden und unfähig sind, ihre persönlichen Erfolge zu internalisieren (verinnerlichen oder anerkennen.

Wer als ständig nach Perfektionismus, also Fehlerlosigkeit strebt, verliert irgendwann den Kontakt zu sich selbst und zur Realität. Die eigenen Leistungen werden immer kritisiert und als nicht genug bewertet. So können Lob und Anerkennung von außen diese Menschen nicht mehr erreichen. Der innere Kritiker glaubt eh nicht, was andere sagen. Selbstzweifel bestimmen ihr Leben. Letztendlich macht es diese Menschen krank. Sie brechen zusammen oder flüchten in eine Sucht, um die eigenen Gedanken nicht mehr zu hören oder sich selbst nicht mehr spüren zu müssen.

Wie oft in meinem Leben hatte ich schon gehört:

  • Du bist anstrengend!
  • Du bist kompliziert!

Mein Bedürfnis damals immer alles besser, perfekt machen zu wollen war wohl belastend für andere. Ich wollte alles genau machen, perfekt planen und so alles im Griff haben. Ich bin halt Leistungssportlerin dachte ich, die sind durchgetaktet und auf Erfolg getrimmt. Ja, ich wollte perfekt, erfolgreich sein. Nein, ich wollte um keinen Preis kompliziert sein.

Nobody is perfekt!

Eigentlich wollte ich genau so sein, wie jeder andere auch. Ich wollte akzeptiert werden mit all meinen Schwächen und Stärken. Doch, ich hatte mich selbst nie akzeptiert. Mich störten so viele Dinge. Für mich war ich nicht perfekt und nicht gut genug. Zudem hatte ich immer das Gefühl nicht richtig zu sein. Das hat mich irgendwann krank gemacht.

Irgendwann habe ich begonnen, mich so zu akzeptieren wie ich bin. Der Weg war hart und steinig, doch es war eine bewusste und richtige Entscheidung. Es ist so wichtig Aufhören, uns selbst schlecht zu machen. Ich habe mich damals für Selbstliebe, den Aufbau von Selbstvertrauen und letztlich ein gesundes, entspanntes und zufriedenes Leben entschieden. 

Es ist grundsätzlich nichts verkehrt daran, nach Spitzenleistung und auch dem Optimalen zu streben. Auch der Wunsch, keine gravierenden Fehler machen zu wollen ist prima. Doch meist bleibt es nicht dabei. Der persönliche Perfektionismus hat dann das ganze Leben im Griff. Wir vergessen vor lauter perfekt sein, daß Fehler okay sind und das 80% manchmal auch ausreichen. Und wir vergessen, daß unser Perfektionismus andere belastet. Sie warten auf Arbeitsergebnisse, weil wir viel zu lang daran feilen. Sie spüren aber auch unsere Selbstzweifel.

Akzeptanz ist der Schlüssel

Perfektionismus kann erst überwunden werden, wenn der Betroffene annimmt, daß er in der Perfektionsfalle steckt. Nur, wenn Sie es akzeptieren, haben Sie eine Chance auf Veränderung.

Perfekt gibt es nicht! Oder wie verhält sich ein perfekter Mensch? Was leistet ein perfekter Mensch? Oder wie sieht ein perfekter Körper aus? Wie klingt ein perfekter Song? Was macht eine perfekte Frau aus? Der Vergleich mit anderen ist unnötig und unrealistisch. Perfekt ist unrealistisch.

Jeder Mensch ist einzigartig. Einzigartig in seinen

  • Erfahrungen,
  • Erlebnissen,
  • Leistungen,
  • Wünschen,
  • Zielen,
  • Bemühungen,
  • Bedürfnissen,
  • Empfindungen
  • ….

Steigen Sie aus dem Hamsterrad der Selbstoptimierung JETZT endlich aus! Zu allererst: lehnen Sie sich endlich einmal zurück und atmen beruhigt durch. Nur atmen, mehr nicht!

„Die größte Entdeckung meiner Generation ist, dass ein Mensch sein Leben verändern kann, indem er seine Einstellung ändert.“

William James

Der Weg zu einem entspannten Leben

Es ist wichtig, sich der eigenen Einzigartigkeit bewusst zu werden. Beobachten Sie sich doch einmal in Ruhe. Erkennen Sie Ihr ganz individuelles Denken und Fühlen. Lernen Sie Ihren eigenen Wert zu schätzen. Lernen Sie zu akzeptieren, wie Sie sind. Vertrauen Sie sich wieder selbst. Durch die Konzentration auf sich selbst, schaffen Sie es IHR Leben wieder zu leben. Wie?

Zur Ruhe kommen

Nach dem ganzen Perfektionismusstreben dürfen Sie jetzt einmal das Gegenteil kennen lernen. Suchen Sie sich etwas, um bewußt zur Ruhe zu finden.

  • Das können Atemübungen sein. Beginnen Sie mit 3-5 Minuten sich ruhig hinzusetzen und einfach nur in Ruhe zu Atmen.
  • Gehen Sie doch mal wieder in die Sauna oder zum Schwimmen oder in den Wald spazieren.
  • Versuchen Sie einmal alles ganz langsam und leise und für sich selbst in Ruhe zu machen.
  • Wer schon fortgeschritten ist, kann sich dem Meditieren widmen.

Schätzen Sie ehrlich Ihre Stärken ein

Schreiben Sie gleich mal auf einen Zettel all Ihre guten Eigenschaften. Was können Sie gut? Fangen Sie ruhig mit ganz kleinen Dingen an:

  • lesen
  • kochen
  • schreiben
  • spielen
  • verabreden
  • organisieren
  • … und dann ergänzen Sie jeden Tag, was Ihnen so einfällt.

Akzeptanz – wohlwollend die eigenen Schwächen annehmen

Kein Mensch hat Schwächen gern. Doch diese Schwächen machen uns zu Menschen. Sie machen uns manchmal sogar sympathisch. Wir selbst fühlen sie als sehr unangenehm, doch das sind sie meist nicht. Nutze Sie doch einmal die Übung zum Selbst- und Fremdbild. Fragen Sie Menschen aus ihrem Umfeld, wie sie Sie sehen. Sie werden überrascht sein. Was Sie möglicherweise als Schwächen ansehen, sehen andere Menschen überhaupt nicht.

Lernen Sie in Teilzielen zu arbeiten

Statt an Ihrem perfekten Endergebnis zu feilen und zu feilen, geben Sie doch schon mal Zwischenergebnisse ab. Nehmen Sie jeden Tag als Ziel. Planen Sie realistisch, was Sie wirklich schaffen können. Holen Sie sich Feedback von anderen. Fragen Sie, ob das schon so gut ist. So verlieren Sie sich nicht im Perfektionismus.

Akzeptieren Sie, daß Sie Teil des Ganzen sind und nicht die ganze Welt perfektionieren müssen. Oftmals reichen 80% doch auch aus, oder? Versuchen Sie Ihre hohen Ansprüche etwas runterzuschrauben. Achten Sie immer auf das richtige Maß von Anspruch und Können.

Finden Sie zum Leben

Genießen Sie doch einmal das Gefühl, bereits angekommen zu sein. Im Hier und Jetzt. Sie müssen nicht ständig besser werden! Konzentrieren Sie sich auf die Entfaltung Ihres eigenen Potentials. Sie sind Einzigartig und toll! Finden Sie sich selbst und Ihre Einzigartigkeit.

  • Lernen Sie, Sie selbst zu sein. Akzeptieren Sie sich, so, wie Sie sind.
  • Finden Sie Ihr bestes Selbst heraus und leben es.
  • Nehmen Sie sich selbst ernst und wahr. Fühlen Sie, wenn Sie wieder in die Perfektionsfalle geraten und ziehen die Notbremse.
  • Lieben Sie sich selbst.

Lernen Sie sich selbst zu akzeptieren ohne den Kontakt zu anderen zu verlieren. Es geht darum, einfach mit sich und seinen Leben zufrieden zu sein. Einfach Zufrieden und Glücklich sein!

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