Gefühle: Warum negative Gedanken auch negative Gefühle machen? Und wie wir sie verändern..

Gefühle und Gedanken steuern uns. Bei positiven Gefühlen ist alles in Ordnung. Doch negative Emotionen hat niemand gern. Wir versuchen Sie zu verdrängen, damit wir sie nicht mehr spüren müssen. Leider funktioniert das nicht. Unser Körper reagiert. Verdrängte Gefühle machen Schmerzen. Daher ist es wichtig ALLE Gefühle zu akzeptieren. 

Gefühle bestimmen unser Leben

Sind Sie sich gerade sehr traurig? Verspüren Sie Angst? Sind Sie gerade voller Freude? Haben Sie sich gerade mächtig geärgert? Wir alle haben ständig die unterschiedlichsten Gefühle. Doch was ist eigentlich ein Gefühl?

Gefühl ist ein psychologischer Terminus, der als Oberbegriff für unterschiedlichste psychische Erfahrungen und Reaktionen dient wie u. a. Angst, Ärger, Komik, Ironie sowie Mitleid, Eifersucht, Furcht, Freude und Liebe die sich .. beschreiben und damit auch versprachlichen lassen.

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Das Leben ist eben nicht immer “ein Ponyhof” oder “Friede, Freude, Eierkuchen..” meist sind es die schlechten Zeiten und damit die schlechten Gefühle, die uns belasten. Man muß schon stark sein, um sich denen zu stellen und sie wirklich zuzulassen. Wir sind nämlich Weltmeister im Verdrängen der negativen Gefühle. Vielleicht hat man uns auch als Kind beigebracht, daß Wut schlecht ist. Oder wir haben erlebt, daß Wut beim Gegenüber noch mehr Wut erzeugt.

Es ist ja auch nicht leicht, sich als Erwachsener zu seiner Angst zu stellen. Es tut sehr weh. Jedes Gefühl ist aber ein Teil von uns und hat auch zum jeweiligen Zeitpunkt seine volle Berechtigung. Die volle Bandbreite der Gefühle darf sein. Daher ist es wichtig, daß wir uns unserer Gefühle klar werden. Klarheit schafft eine Auflösung von schlechten Erinnerungen. Der Gefühlsstern zeigt eine Auflistung aller unserer Gefühle (Download)

Gedanken steuern unsere Gefühle

Gefühle

Kennen Sie diese Menschen, die ständig fluchen? Oder die, die nur negative Kommentare zu allem machen? Menschen, die an allem, das Schlechte finden? Und was passiert denen? Natürlich wie hervorgerufen, auch Schlechtes. Da wollen Sie etwas vom Amt und prompt bekommen Sie eine Ablehnung. Und und und… Negative Gedanken sind wie ein Strudel. Sie ziehen uns immer mehr in eine negative Abgrund.

Die meisten Menschen beachten ihre Gedanken viel zu wenig. Das Augenmerk wird mehr auf die Gefühle gerichtet, weil wir das spüren. Selbst bei sehr negativen Gefühlen wird selten nach den Gedanken geschaut. Was denke ich da gerade? Es wäre sinnvoll, sich einmal genau zuzuhören. Stress zum Beispiel entsteht vielfach im Kopf durch die eigenen Gedanken. Eine Situation ist erst einmal neutral. Erst, was wir daraus in Gedanken machen und dann tun, löst Stress im Körper aus.

Gedanken haben große Macht in unserem Körper, denn es sind elektrische Impulse im Gehirn mit großen Kräften. Erhält das Gehirn einen elektrischen Impuls durch einen Gedanken, wird es sofort aktiv. Es werden chemische Substanzen (Adrenalin…) im Körper freigesetzt. Alles wird in Bereitschaft versetzt, um entsprechend reagieren und handeln zu können. Die Bewertung der Situation erzeugt Gefühle. Gedanken sind also keine Kleinigkeit. Negative Gedanken, bewerten die Situation negativ und erzeugen so negative Gefühle!

Was genau im Körper passiert und welche Gedanken einen in den Sinn kommen, wird vom Unterbewusstsein bestimmt. Es wird von dem, was wir von Kindheit an gelernt und erfahren haben, gesteuert. Es erfolgt also eine Bewertung. Eine bestimmte Reaktion eines Menschen oder eine Situation drückt immer einen bestimmten „Knopf“. Dann spult das Unterbewusstsein automatisch das hierfür angelegte Gefühls- und Verhaltensprogramm ab. Genau hier liegt das Problem. Sind die Verhaltensweisen und Gefühle heute noch die Richtigen? Oder ist es alt und kann weg?

Stellen Sie sich Ihren Gefühlen

Zu verstehen, daß das erlernte Programm auf Kindheitserfahrungen beruht ist eins. Das andere ist, daß wir uns dem jeweiligen Gefühl im hier und jetzt stellen müssen. Denn nur wenn wir uns einem Thema stellen haben wir die Chance, es zu verändern. Wir brauchen Emotionen für die Veränderung. Gefühle, also auch negative Gefühle lösen etwas in uns aus. Sie sind ein Motor. Dieser Motor kann aber nur funktionieren, wenn wir die Gefühle annehmen. Gefühle, die wir verstehen und zulassen, verlieren ihr einnehmendes Wesen.

Sie SIND nicht Ihre Gefühle, sie HABEN Gefühle!

Alte, meist verdrängte negative Gefühle zeigen sich oft auch in körperlichen Schmerzen. Ich durfte im letzten Jahr lernen, daß meine Probleme im Rücken auch mit großen verdrängten Emotionen zu tun haben. Da ist meine Wut, die ich nicht mehr spüren kann. Ich habe sie verdrängt. In Momenten, in denen ich eigentlich wütend sein sollte, wurde ich immer traurig. Das war meine Bewältigungsstrategie als Kind. Doch diese Wut war ja da. Wut will im vernünftigen Maß gehört werden, denn zu viel macht krank, zu wenig auch…

Wenn wir unsere Emotionen ablehnen oder Gefühle als inakzeptabel abwerten, dann verleugnen wir einen Teil von uns selbst. Wir versuchen letztlich dem Schmerz, der mit dem Gefühl verbunden ist, aus dem Weg zu gehen. Wir haben die Befürchtung, von unsern Gefühlen überwältigt zu werden. Die Angst, dem nicht Herr zu werden ist groß. Daher spalten wir sie ab. Leider blenden wir somit einen Teil von uns aus.

Es gibt keine Grenzen. Weder für Gedanken, noch für Gefühle. Es ist die Angst, die immer Grenzen setzt.

Ingmar Bergman

Gefühle

Es ist wichtig und “normal” in einer Situation wütend, ärgerlich, sauer, entsetzt… zu sein. Wut verflüchtigt sich beispielsweise oft schnell wieder. Indem ich dieses Gefühl Verstehen und Annehmen lernte, habe ich meine Schmerzen auflösen können.

Wer sich seinen negativen Gefühlen stellt, kann also körperliche Schmerzen auflösen. Daher bin ich sehr dankbar, daß mein Körper so ein toller Informant ist. Heftige oder unangenehme Gefühle sind also wie ein Wecker. Sobald man sie wahrnimmt, haben sie ihre Funktion erfüllt. Erst dann können sie mit dem weckenden “Klingeln” aufhören.

Veränderung des Denkens – Veränderung der Gefühle

Akzeptanz stellt den ersten Schritt auf dem Weg zum Umgang mit dunklen Gefühlen dar. Sie hilft uns dabei, negative psychologische Erfahrungen zu verstehen. Wer es schafft, diese Emotionen zu akzeptieren, kann lernen, damit umzugehen und sie zu “normalisieren”. Das heißt, sie haben dann nicht mehr diese Riesengröße, die uns ohnmächtig macht. Wir nehmen sie dann so an, wie sie sind. Wir beurteilen sie nicht als gut oder schlecht. Sie sind letztendlich ein Gefühl von vielen.

Jetzt geht es darum, sich den eigenen Gedanken zu stellen. Wie denke ich gerade über diese Situation? Fragen Sie sich das selbst. Eine neue, vielleicht eher positive Betrachtungsweise erleichtert auch Vieles im Leben. Sehen Sie das Glas ist halbvoll oder bringen bei Ihnen Scherben Glück? Betrachte Sie doch einmal die Dinge von einer anderen Seite als Sie es bisher gemacht haben. Sie werden erstaunt sein, was passiert. 

Denn als ich begonnen haben zu Verstehen, zu Akzeptieren und die Gedanken zu Verändern kam über kurz oder lang eine Veränderung meiner Gefühle. Es gibt leider keinen Knopf, den man drücken kann, um die Gedanken zu verändern. Es geht darum alte Gedankenpfade, die nicht mehr passen, in neue, gesundheitsfördernde umzuwandeln. Die ist jederzeit, von jedermann und in jedem Alter möglich, versprochen.

Sich selbst zu üben bringt einen neuen Umgang mit Gefühlen

Durch stetiges Üben können Sie Ihr Leben in eine gesundheitsförderliche Richtung, die wieder mehr Lebensfreude verspricht, verändern:

  • Lernen Sie ihrer Wut, ihren Ängsten, ihrem Ärger und ihrer Enttäuschung Anerkennung zu schenken.
    • Anstatt ihnen das Ruder zu überlassen sollten Sie beginnen, diese zu akzeptieren.
  • Erlauben Sie sich angemessen negative Gefühle.
    • Wenn mir jemand auf die Füße getreten ist, darf ich heute wütend sein.
    • Oder wenn mir ein Auto die Vorfahrt nimmt, reagiere ich. Was meinen Sie, wie oft ich inzwischen schon im Auto fluche…?
  • Beobachten Sie genau Ihre Gedanken.
    • Was denke ich gerade?
    • Wie kann ich meine Gedanken gesundheitsfördernd ändern?
  • Üben Sie stetig neue, positive konstruktive Gedanken über sich selbst ein.
    • Ich habe dazu beispielsweise meinen täglichen Termin “Loben”. 
  • Finden Sie doch einmal in einem negativen Ereignis, einem schlechten Erlebnis mit Menschen das Gute.
    • Was ist das Gute an dieser Situation?
    • Robert Betz nennt sie Arschengel, sie bringen eine schlechte Situation, aber auch die Chance, etwas für sich selbst zu verändern.
  • Lernen Sie neue Dinge, die sie interessieren. 
    • Das kann helfen, auf andere Gedanken zu kommen.
    • Der „Flow-Zustand” verhindert negative Gedanken. Denken Sie an spielende Kinder. Die Erinnerung an diese Zeit ist hilfreich.
    • Dieses „Flow-Gefühl“ bei einer Arbeit oder einem Hobby lässt sich auch heute empfinden.
  • Suchen Sie Ihren Sinn im Leben

Es wird eine Zeit dauern, bis Sie sich etwas verändert. Nach einiger Zeit (das ist bei jedem Menschen anders) stellt sich dann aber eine positive Veränderung der Gedanken, des Verhaltens und der Gefühle ein.

Noch ein Weg..

Es ist nicht immer leicht, an die im Unterbewusstsein festgesetzte Gefühle und Verhaltensweisen heranzukommen und sie zu identifizieren. Meist erleben wir heute eine Situation und reagieren. Doch irgendetwas fühlt sich komisch an. Wir reagieren vielleicht besonders heftig oder unangemessen. Wenn mir so etwas passiert, fühle ich jetzt genau hin, was sich da wirklich für ein Gefühl zeigt. Was steckt dahinter?

Ich kläre meine Gefühle heute durch Gespräche mit nahestehenden Menschen. Aber auch durch Ruhe, die mir die Meditation gibt, komme ich in Kontakt mit ihnen. Leider gelingt es mir noch nicht in der erwünschten Regelmäßigkeit – mein Übungsfeld. Aber, ich nehme mir heute schon die notwendige Zeit, um wirklich die Gefühle sauber zu spüren und in angemessene Gefühle zu wandeln. 

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Moin liebe Silke,

    das hast du erneut einen tollen Blogbeitrag zu meinem Lieblingsthema geschrieben:
    “Der Umgang mit Gefühlen.”
    Ganz unter uns, es gibt ja keine schlechten Gefühle. Nur, wir haben irgendwann in unserer Kindheit gelernt, dass Angst, Wut, Neid etc. ganz, ganz schlechte Gefühle sind. Pfui! Weg, damit.
    Wenn wir allerdings nicht in das Fühlen unserer Gefühle kommen, ticken die weiterhin wie Wasserbomben in unserem Unterbewusstsein. Und platzen ohne Vorwarnung.
    Wunderbar ist, wenn uns Menschen Raum geben, alle Gefühle zu durchleben.

    Dieser Mensch dürfen wir auch selbst sein/werden.

    Liebe Grüße nach Hamburg,

    Ulrike

    • Moin liebe Ulrike,

      lieben Dank.
      Du hast recht, das Maß ist der Schlüssel. Wut, Angst und .. haben einen schlechten Ruf, sie helfen uns aber, Situationen einzuschätzen. Doch, wenn sie zu stark gefühlt werden, machen sie uns krank.
      Fühlen ist toll und ich bin inzwischen ein guter Freund mit meinen Gefühlen, doch ich kenne auch andere Tage..

      Ganz liebe Grüße zurück an den Rhein
      Silke

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