Selbstbild – warum ist das echte Hinsehen so schwer?

Können Sie Ihr Selbstbild richtig einschätzen? Sieht Ihr Umfeld das auch so? Oder machen Sie sich vielleicht kleiner oder größer als Sie sind? Können Sie annehmen, was andere über Sie sagen? Das eigene Ich mit seinen Stärken und Schwächen realistisch zu sehen ist nicht leicht. Doch nur ein positives Selbstbild bringt Selbstvertrauen.

Selbstbild – was ist das?

Das Selbstbild bezeichnet .. die Vorstellung, die jemand von sich selbst hat … Das Selbstbild beruht auf Selbstwahrnehmung; das Fremdbild darauf, wie Dritte jemanden von außen wahrnehmen.

Halten andere Sie für stark obwohl Sie sich doch schwach fühlen? Sehen andere in Ihnen Potenzial, was Sie nie gedacht hätten? Oder aber haben Sie das Gefühl, dass andere Ihnen nicht die Wahrheit über sie sagen? Hätten Sie gern jemanden, der Ihnen offen und ehrlich sagt, was an Ihnen toll ist und was nicht?

Das eigene Selbstbild einzuschätzen ist meist verdammt schwer. Es bedeutet die Auseinandersetzung mit den nicht so schönen Seiten, die jeder Mensch hat. Hinsehen, auch wenn es schwer fällt. Besonders geht es dabei um eine authentische, realistische Sicht auch auf die Stärken. Gerade das fällt vielen Menschen so schwer. Oftmals sind wir so negativ gepolt, dass wir nur das Schlechte sehen. Daher schauen wir nicht klar auf unsere Stärken und spielen sie runter. Auch, wenn unser Umfeld gerade diese Stärken positiv erwähnt und uns dafür sogar lobt. Viele können es dann gar nicht glauben und annehmen.

Selbstbild ist der Blick auf die eigenen:

  • SelbstbildFähigkeiten
  • Kenntnisse, Fertigkeiten
  • Talente, Interessen
  • Werte
  • Körper
  • Bedürfnisse
  • Wünsche, Ziele
  • Erfahrungen
  • Beziehungen, Freundschaften
  • Schwächen
  • unschönen Angewohnheiten

Selbstbild steuert Denken, Fühlen und Verhalten

Das Selbstbild ist die Sicht auf die eigene Charakterzüge und die Persönlichkeit. Aber auch unsere Erfahrungen spielen eine große Rolle. Wenn jemand ständig gehänselt wurde als Kind für seinen Körper, das hinterlässt Spuren. Oder wenn von anderen eine Stärke heruntergespielt wurde, der hat oft Probleme mit dem Selbstbild. Es entscheidet somit über unser Selbstwertgefühl.

Also spielen auch Glaubenssätze bei der Sicht auf das Selbstbild eine Rolle. Wer als Kind immer gehört hat: “Halt Dich zurück!”, “Sei bescheiden!”, “Spiel Dich nicht in den Vordergrund!” wird sicherlich Schwierigkeiten mit dem realistischen Bild von sich selbst haben. Erziehung durch Eltern, Lehrer, andere Bezugspersonen kann also, auch wenn es gut gemeint war, einen großen Einfluss auf unseren klaren Blick haben.

Viele Menschen haben das Bild von sich so übernommen. Sie haben dann auch als Erwachsener das nicht hinterfragt. So passiert, das bei dem ein oder anderen Selbstbild und Fremdbild nicht übereinstimmen. Das passiert. Zudem haben eigene blinde Flecken. Und viele Menschen sehen ihre Kompetenzen eher kritisch oder bewerten Fähigkeiten geringer als es unsere Umwelt tut.

Positives Selbstbild – positives Selbstvertrauen

Ein zu negatives Selbstbild bringt meist Minderwertigkeitsgefühle mit sich. Das führt vielfach zu Krankheiten, da der Körper zeigt, dass da im Denken etwas nicht stimmt. Ein negatives Selbstbild schafft ein negatives Selbstvertrauen. Diese Menschen ziehen sich selbst immer mehr in einen negativen Strudel. Wer sich selbst für einen Versager hält, kann sein Selbstbild nicht mehr realistisch wahrnehmen. Viele haben Ängste, ziehen sich zurück und landen sogar in einer Depression.

Ein realistisches Selbstbild sorgt für das nötige Selbstvertrauen im Umgang mit anderen. Wenn wir mit uns selbst im Reinen und klar sind, bringt das auch einen klaren Blick für andere. Wir sind einschätzbar und schätzbar für die Umwelt. Ein positives Selbstbild wird gefördert durch eine wertschätzende Umgebung. Daher macht es Sinn, das eigene Selbstbild herauszufinden und mit ganz viel Selbstliebe zu akzeptieren. 

Selbstbild

Aktive Veränderung

Wie bekomme ich nun aber ein realistisches Selbstbild? Ich habe mal von einem Coach den Tipp bekommen, all meine Fähigkeiten aufzuschreiben. Hintereinander weg, angefangen von ganz einfachen Dingen, die ich gut kann. Also lesen, kochen, sprechen, malen… und dann immer mehr steigern. Nach und nach entdecken Sie Ihre Talente, Stärken. Gern können Sie sich hierbei Unterstützung holen, eine Freundin/Freund sieht vielleicht noch viel mehr positive Eigenschaften von Ihnen als Sie.

So lernen Sie nach und nach sich mit anderen Augen zu sehen und besser von sich zu denken. Prüfen Sie auch, wie sie sich selbst bewerten. Werten Sie sich ständig ab? Versuchen Sie das zu stoppen. Achten Sie auf Ihre Worte. Nach einiger Zeit werden Sie merken, dass sich Ihr Selbstbild so positiv verändert.

Zusätzlich stehen Ihnen auch Persönlichkeitstest im Netz zur Verfügung. Versuchen Sie hier wirklich realistisch zu antworten. Und fragen Sie sich ständig: Ist das wirklich wahr, was ich da über mich denke? Oder ist das ein altes, eher negativ geprägtes Bild von mir? Verschaffen Sie sich Klarheit. Mit der Klarheit kommt das Selbstvertrauen und damit das positive Selbstbild.

Prüfen Sie zudem genau, wie ist Ihr Umfeld geschaffen? Bekommen Sie ehrliches Feedback von Ihren Lieben? Sagt Ihnen auch mal jemand, wenn Sie etwas nicht so toll gemacht haben oder vielleicht auch eine schlecht sitzende Hose anhaben? Können Sie jemanden um Rat fragen, der Ihnen auch seine ehrliche Meinung äußert? Umgeben Sie sich mit den richtigen Menschen. Vielleicht müssen Sie dann im Prozess der Veränderung auch hinnehmen, dass Sie den einen oder anderen Loslassen müssen.

Wer sich aktiv ein Fremdbild einholt, muss damit rechnen unschöne Wahrheiten zu erfahren und wird vielleicht mit Schwächen konfrontiert. Das macht große Angst. Daher nehmen viele Menschen davon Abstand. Allerdings sind wir so nie authentisch, wahr und echt. Ist das lebenswert? Ich sage NEIN.

ACHTUNG! Allerdings kann die positive Veränderung auch für manche eine Sucht werden. Sie holen sich permanent ein Fremdbild ein, um über sich weiter zu optimieren. Doch dann lebt man nur im außen und es hilft einem nicht weiter. Es geht um ein realistisches Bild von sich selbst und das Annehmen der eigenen Stärken und aber auch Schwächen. Klarheit und Ehrlichkeit im Umgang mit sich selbst bringt Ihnen ein tolles Selbstwertgefühl. Das hilft über die ein oder andere Schwäche hinwegzusehen. Es kommt also wie immer auf die richtige Mischung an.

Foto: gratisography.com/photo/woman-hiding-her-face

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