Meditation: Ist das etwas für mich? Ein Selbstexperiment

Meditation? Das ist nichts für mich! Ich kann das nicht! Lange habe ich mich davor gedrückt. Doch jetzt habe ich im Selbsttest einen 21 Tage Meditationskurs online mitgemacht. Was soll ich sagen? Es ist etwas ganz Erstaunliches passiert… Hier mein Fazit: Ich bin begeistert und total verblüfft. Meditation ist das etwas für Jeden?

Ausreden, Sorgen, Angst..

Das halte ich nicht aus! Was soll das denn bringen? Bloß weil es gerade hipp ist? Nein, ich will das nicht! Es gab tausend Gründe und Erklärungen, warum ich mich nicht mit Meditation beschäftigen wollte. Wer mich kennt weiß, dass ich eher der aktive, “hippelige” Typ bin. Mich in Ruhe irgendwo hinsetzen, allein und “nichts zu tun”, das war bisher keine Option. Ja, ich hatte große Sorgen und sicherlich auch Angst vor dem, was da passieren kann.

Nichtsdestotrotz habe ich mich nun durchgerungen und das Selbstexperiment gemacht. Es gab einen kostenlosen 21-Tage-Kurs, der mich angesprochen hat. Und da habe ich meine Bedenken über Bord geworfen. Als kleine Entschärfung habe ich mir einen Ort in der Öffentlichkeit gesucht, der ruhig genug war, aber wo auch mal jemand vorbeikommt. Es fühlte sich für mich leichter an, als allein zuhause zu meditieren. Alles keine rationalen Dinge, die mich da so bewegten.

Was passiert denn da mit mir?

Die Einheiten waren mit 10 Minuten reine Meditation zum Glück überschaubar. In dem Kurs ging es um Meditieren mit Mantren, also Worten, die man regelmäßig während der Meditation wiederholt. Jeden Tag gab es ein anderes Thema. Das eigentliche Thema war der innere Erfolg. Das bedeutet nicht Höher-Schneller-Weiter sondern sich mit sich und seinen Gedanken auseinanderzusetzen. Es geht um die innere Einstellung und Haltung, um eigene Gedanken, Glaubenssätze und Selbstannahme.

Also setzte ich mich nun mit meinen Kopfhörern in eine Art Wartesaal. Ich kalkulierte ein, dass Menschen reinkamen und mich vielleicht beeinflussen. Das fühlte ich aber immer noch besser an, als allein zu sein. Dann startete der erste Kurs. Die Stimmen (Original in englisch und Übersetzung) hörten sich gut an. Ich konnte mich einlassen. Erst gab es 10 Minuten Erklärungen zum Thema und Einführung und dann war ich plötzlich allein mit meinem Mantra.

Meditation

Die ersten Tage wurde ich regelmäßig während der Meditation abgelenkt durch

  • Geräusche
  • Gedanken, die kamen
  • gedankliche Planungen des Tages
  • Windzüge
  • sprechende Menschen

Das fühlte sich nicht entspannend an. Ich war gestresst, weil ich mich nicht konzentrieren konnte. Trotzdem habe ich weitergemacht. Nach 14 Tagen traute ich mich dann daran, es allein zuhause zu probieren. Und was soll ich sagen? Ich bin dabei eingeschlafen. Ach herrje, das wird nichts, das geht ja gar nicht, dachte ich.

Doch ich habe nicht aufgegeben und einfach weiter gemacht trotz aller Widrigkeiten. Und es gelang mir mit jedem Tag besser. Ich konnte mich immer besser auf die Meditation konzentrieren. Die Geräusche ließen mich immer mehr kalt. Und ich habe die 21 Tage wirklich durchgezogen. Wow. Und es gab auch noch einen Bonustag.

Im Laufe des Kurses fühlte ich mich besser. Ich schlief nachts ruhiger und entspannter. Insgesamt wurde ich ausgeglichener. Erstaunlich! Ich war total überrascht. Mir ging es wirklich wirklich besser. Das hätte ich nicht gedacht. Ich bin total begeistert! Und, was soll ich sagen, ich wiederhole den Kurs gerade und habe mir gerade auch noch andere Kurse angeschaut und probiere weiter aus, was sich gut anfühlt. Also eine absolute Empfehlung von mir!

Wirkung von Meditation

Was ich erlebt habe ist das Eine, doch was sagt die Wissenschaft? In Studien wurden die 10 Gründe für Meditation – Ergebnisse der Hirnforschung untersucht. Hier möchte ich einmal auf die für mich wichtigen Ergebnisse eingehen.

Herausgefunden wurde, dass sich die Lernleistung steigern lässt, indem man im Anschluss an das Lernen eine, kurze Schlafpause, also ein Insichgehen anhängt. Studien hatten bereits gezeigt, dass regelmäßige Meditationen nicht nur die Aufmerksamkeit und Konzentration langfristig schult, sondern sogar zu sichtbaren Änderungen in den dafür zuständigen Hirnregionen führen.

Regelmäßige Meditation wirkt sich positiv auf die verschiedensten Bereiche des menschlichen Lebens und Arbeitens aus. Zusammenfassend ergaben die Forschungen, dass Meditation folgende Aspekte fördert bzw. verbessert:

  • die Stimmungslage
  • die Gedächtnisleistung
  • die visuelle Aufmerksamkeit
  • die Konzentrationsfähigkeit
  • die kognitiven Fähigkeiten

Wann sollte man sich Zeit für Meditation nehmen? Laut Studien liegen die besten Meditationzeiten für diese Übungen am Morgen und am Abend. Der Morgen legt die Grundstimmung für den Tag fest. Der Abend steuert die Lernprozesse, die im Schlaf ablaufen.

Natürlich ist bereits lange bekannt, dass regelmäßige Meditation den Stresspegel positiv beeinflusst und sogar den Kortisolspiegel (Stresshormon) senken kann. Da ein ständig erhöhter Kortisolspiegel die Immunabwehr schwächt, sorgt Meditation als Schutz für das Immunsystem. Zusätzlich können auch noch Entzündungen gehemmt und das Herz-Kreislauf-System gestärkt werden.

Natürlich ist Meditation kein Allheilmittel und nicht bei jeder Krankheit zielführend. Jeder sollte es für sich ausprobieren und schauen, ob es gut tut oder nicht. Dafür sollte es aber eine genügend lange Zeit getestet werden, also mindestens 21 Tage. Die veränderte Haltung stellt sich eben nicht von heute auf morgen ein. Und es gibt eben auch Menschen, für die reines Meditieren nichts ist. Probieren Sie dann anderen Entspannungstechniken beispielsweise progressive Muskelentspannung, Atemübungen oder Yoga.

Was aber einen guten Effekt für uns bringt ist, dass wir uns und unseren Körper immer besser kennenlernen. Wir lernen bei regelmäßiger Meditationspraxis Körpersignale wie Müdigkeit, Verspannungen und Stressreaktionen besser zu erkennen und zu deuten. Ich gehe seitdem noch achtsamer mit mir um und höre zunehmend darauf, was sich gerade in meinem Körper zeigt. Zusätzlich hat sich durch die regelmäßige Meditation mein Denken verändert. Ich gehe gelassener mit mir und auch der Umwelt um. Ich verstehe, akzeptiere und verzeihe eher, bin gnädiger mit mir und mit anderen.

Denken erschafft unsere Realität

In meinem Meditationskurs ging es ja um Meditieren mit Mantren. Studien konnten folgende körperliche Effekte durch das mentale Training mit Mantren nachweisen:

  • der Bluthochdruck sank signifikant
  • chronische Schmerzen verringerten sich
  • 75% der Patienten mit Einschlafstörungen wurden geheilt und konnten wieder normal schlafen – die übrigen 25% erlebten eine Besserung ihrer Schlafstörung
  • bei Krebs- und Aidspatienten reduzierten sich die Symptome als Nebenwirkungen der Chemotherapie, in Form von Übelkeit und Erbrechen
  • Patienten, die unter Angstzuständen oder leichten bis mittelschweren Depressionen litten, erfuhren eine deutliche Besserung
  • bei Migränepatienten reduzierten sich die Häufigkeit und Heftigkeit der Anfälle

Wir schaffen also eine Aktivierung von Selbstheilungskräften durch Meditation. Was für ein wunderbares Ergebnis. Aber auch unser Denken verändert sich. Wir werden gelassener und Situationen lösen wesentlich weniger Stress in uns aus. Die eigene Körperwahrnehmung verbessert sich und wir können schneller auf Symptome reagieren.

Zudem werden die Gedanken über sich selbst milder und der innere Kritiker verstummt im Laufe der Meditations-Praxis. Ein guter Freund mahnt mich oft, dass mein Denken, mein Führen beeinflusst. So habe ich Einfluss auf mein Handeln. Je positiver ich also denke, um so besser fühle ich mich auch und handle danach. Also ein weiterer Aspekt neben dem Umgang mit Bewertungen und der regelmäßigen Danke-Übung, um mehr Selbstliebe ins eigene Leben zu holen.

Mein Fazit:

  • Machen!
  • Ausprobieren!
  • Dranbleiben!

Ich kann es Ihnen nur ans Herz legen. Sie werden die positiven Effekte auf Ihr Leben sehr schnell spüren. Für meinen Teil kann ich nur Wiederholen, ich bleibe dran und probiere verschiedene Techniken aus. Eine gute Freundin amüsiert sich köstlich. Sie hätte nie gedacht, dass ich mich an Meditation je herantrauen würde. Mein Doktor ist auch schwer begeistert. Ich bin schon sehr auf meine neuen Ergebnisse gespannt. Meditation ist also ganz klar etwas für mich!

Schreiben Sie mir gern Ihre Erfahrungen mit Meditation. Ich bin offen für Tipps und Ihre Erlebnisse.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.