Warum ultimative Tipps in schwierigen Situationen nicht weiterhelfen

Ultimative Tipps wie von Vertriebs- oder Marketingexperten haben mich schon immer sehr gestört. “Wenn Sie das genau so machen, dann haben Sie Erfolg!” “Diese 5 Tipps bringen Sie zum Ziel!” und und und. Genauso stört es mich, wenn Coaches und Berater Menschen Tipps geben, wie sie die ein oder andere “Störung” wie Burnout, negative Glaubenssätze bis hin zur Depression in 5 Schritten “loswerden”.

Diese Anleitungen, nach denen “jeder” Erfolg hat oder ein Ziel mit Sicherheit erreicht, kann ich nicht mehr hören. Ja, Tipps, die einen auf die Spur bringen, sind super. Doch 5,7 oder 10 ultimative Tipps mit denen es mit Sicherheit klappt sind fatal. Oftmals erhöhen sie den Frust nur noch mehr, nämlich dann, wenn es bei einem selbst nicht genau so läuft.

Gerade für persönliche Themen, schwierige Situationen halte ich diese Tipps für regelrecht gefährlich. Vor allem, wenn dann noch der Spruch dazukommt, dass man diese Themen genau so “los wird”. Ich kann ein Burnout nicht loswerden oder eine Depression nicht wegmachen. Das wünschen sich zwar viele Betroffene, doch es funktioniert so nicht.

Sich stellen statt auf ultimative Tipps zu hören

ultimative Tipps

Natürlich suchen Menschen, gerade in schwierigen Situationen nach einem Strohhalm oder etwas, woran sie sich festhalten können. Das ging mir genau so. Ich habe versucht, durch Bücher, Hörbücher für mich die passenden Tipps oder genau DEN Weg zu finden.

Leider habe ich sehr schnell feststellen müssen, dass es kein Buch gibt, was für mich die passenden ultimativen Tipps zu meiner Thematik hatte. Blöd. Was nun?

Doch was wäre, wenn es genau so ein Buch gegeben hätte oder ich genau die Tipps abgearbeitet hätte und es hätte bei mir nicht geklappt. Ich wäre meine schwierige Situation mit dem Doping so nicht “losgeworden”. Ich könnte mir vorstellen, dass es das Ganze verschlimmert hätte. Sicherlich wäre ich noch frustrierter gewesen, weil ich nicht in der Lage bin, mich positiv zu verändern. Ich hätte mir vielleicht Vorwürfe gemacht oder mich verurteilt. Etwas, was Menschen in solchen Situationen eh gern machen.

Ich kam also nicht drum herum, mir meinen eigenen Weg zu suchen und meine eigenen Lösungsansätze zu finden. Klar, haben mich so manche ultimative Tipps auf eine Idee gebracht. Ich konnte für mich viel, was ich aus Hörbüchern gehört habe, nutzen, um voran und aus der Krise zu kommen. Ansatzpunkte habe ich beispielsweise bei Robert Betz gefunden. Ich habe durch seine Hörbücher viel verstanden, was abläuft.

Der ganz eigene Weg

Vielfach wird bei therapeutischen Maßnahmen bei Burnout oder Depression als erstes auf Struktur (Tagesablauf) und Ausgleich durch Sport geachtet. Ein hervorragender Ansatz, doch für mich nichts Neues. Ich habe, trotz all den Schwierigkeiten immer eine Struktur in meinem Leben gehabt, konnte meinen Tag strukturieren. Auch Sport habe ich durchgehend gemacht. Also war der Ansatz für mich nicht hilfreich.

Für mich waren es aber die vielen Gespräche, die ich geführt habe. Die Unterhaltungen mit anderen Betroffenen. Die Selbsthilfegruppe, wo ich viel bei den Themen anderer für mich wiederfinden konnte, waren eine Bereicherung. Ich habe viel probiert, wieder verworfen, neues probiert. Beispielsweise sind Atemübungen für mich nach wie vor schwierig.

Das ein oder andere fühlte sich sehr komisch an, manch ein Seminar war nicht das richtige oder auch goldrichtig. Ich wusste so manches Mal nicht, wie es weiter geht. Doch dann kam irgendwoher ein neuer Impuls. Ich wurde ruhiger und vertraute.

Ich habe mir in der Zeit viele Gesprächspartner gesucht, habe meine ganz persönliche Strategie gefunden, wie ich aus dem Loch, so habe ich es empfunden, wieder herauskomme. Das ist sicherlich nichts für Jeden. Das war mein Weg aus der Opferfalle. Vertrauen ist dabei das Wichtigste. Ich habe mir mühevoll mein Vertrauen wieder erarbeitet. Vertrauen erst einmal in mich und dann auch wieder in andere. Das war nicht einfach, doch ohne dem ging es nicht. Auch bei erneuten Tiefschlägen habe ich mich immer wieder aufgerappelt und vertraut.

Genau das ist das Wichtige: Finden Sie Ihren eigenen Weg. Probieren Sie viele Sachen aus. Dem einen hilft das, dem nächsten das. Nutzen Sie ultimative Tipps nur, um sich inspirieren zu lassen, nehmen sie sie nicht als Allheilmittel, suchen Sie nach Ihrem persönlichen Heilmittel. Nutzen Sie Angebote und hören Sie auf Ihr Inneres, ob es das Richtige für Sie ist. Übernehmen Sie die Verantwortung für Ihr Leben.

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