Führung durch Kommunikation: Veränderung von innen nach außen

„Wir müssen unsere Firmenkultur und Werte im Unternehmen leben.“ – Kommt Ihnen dieser Spruch – oder eine Abwandlung davon – bekannt vor? Dann sind Sie nicht allein, solche Aussagen werden täglich in vielen Unternehmen zum Besten gegeben. Nur: Was bedeutet das denn konkret? Wie soll das in der Praxis aussehen? 

Ein Gastbeitrag von Christian Müller

Darauf angesprochen werden viele Führungskräfte schnell kleinlaut und flüchten sich in Floskeln und leere Phrasen. Statt die Energie auf Ausreden und Phrasen zu verwenden, könnten diese Führungskräfte jedoch etwas viel sinnvolleres tun: Ihre Kommunikation reflektieren und die von ihnen beschworenen Werte und Unternehmenskultur aktiv vermitteln.

Kommunikation prägt Wahrnehmung

Der Spruch „Tue Gutes und rede darüber“ kommt nicht von ungefähr. Gute Leistung und vorbildliche Arbeit werden in der Praxis eben nicht immer mit Aufmerksamkeit und Wertschätzung belohnt, sondern sollten auch aktiv kommuniziert werden. Dieses Prinzip gilt auch für Führungskräfte, die ihre Mitarbeiter motivieren oder eine Kultur des wertschätzenden Umgangs im Unternehmen etablieren wollen.

Wichtig ist dabei die Reihenfolge: Erst die Taten, dann die Kommunikation. Wer nur über wertschätzenden Umgang und offene Kommunikation spricht, sich selbst jedoch konträr verhält, wirkt unglaubwürdig und wird nichts verändern. Wer dieses Verhalten jedoch jeden Tag zeigt – oder sich zumindest darum bemüht – kann und sollte darüber sprechen.

Erfolg__S. Hofschlaeger

Foto: S.-Hofschlaeger @Pixelio.de

 

Damit das funktioniert, sollten sich Führungskräfte im Vorfeld einige Fragen stellen:

  • Kenne ich die Werte, die ich meinen Mitarbeitern nahebringen will?
  • Weiß ich, wie sich diese Werte in der Praxis konkret ausdrücken können/sollen?
  • Wie kann ich selbst das gewünschte Verhalten im Alltag zeigen?
  • Über welche Kanäle und Methoden kann ich meine Mitarbeiter auf das Verhalten aufmerksam machen, ohne dabei arrogant oder bevormundend zu wirken?

Die letzte Frage spricht einen wichtigen Punkt an: Wenn Mitarbeiter das Gefühl haben, dass Führungskräfte von oben herab kommunizieren, arrogant sind und sich selbst als das Maß aller Dinge sehen, geht der Versuch nach hinten los. Führungskräfte sabotieren ihr Vorhaben dann selbst und sorgen dafür, dass ihre Mitarbeiter die vermittelten Werte und Verhaltensweisen ablehnen oder ignorieren.

Konflikte und Fehler sind Lernchancen

Natürlich wird auch der beste Chef, der sich täglich um vorbildliches Verhalten bemüht, dieses nicht immer zeigen. Konflikte und Meinungsverschiedenheiten bleiben ebenso wenig aus wie Fehlverhalten und klare Fehler des Chefs.

Doch die gehören dazu und verleihen der Kommunikation eine authentische Wirkung… wenn Führungskräfte richtig damit umgehen. Wer seine Fehler rechtfertigt, verspielt das aufgebaute Vertrauen in kürzester Zeit. Wer Fehler jedoch eingesteht, Feedback einholt, sich entschuldigt und daraus lernt, kann sich so nicht nur weiterentwickeln, sondern auch in dieser Situation als Vorbild dienen.

Führung durch Kommunikation – Externe Kommunikation braucht ein Fundament

Das skizzierte Vorgehen kann zu einem langsamen, jedoch stetigen Veränderungsprozess führen, in dem sich Mitarbeiter und Führungskräfte gemeinsam zu einer neuen Haltung und Umgangsweise entwickeln.

Diese offene Kommunikation und der wertschätzende Umgang bilden dann die Grundlage für eine erfolgreiche externe Kommunikation, sei es in den Social Media oder im Kundengespräch. Kunden und Fans merken schnell, ob es im Unternehmen kriselt oder ob hier eine gute Stimmung und echter Teamgeist herrschen. Beginnen Sie daher mit der internen Veränderung und lassen Sie die Ergebnisse dann nach außen sichtbar werden.

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